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Nulleinspeisung am Balkonkraftwerk: was du wirklich dafür brauchst

Nulleinspeisung heißt: Dein Speicher gibt nur so viel ab, wie das Haus gerade verbraucht — nichts wandert ungenutzt ins Netz. Das funktioniert aber nicht durch den Speicher allein. Es braucht eine Echtzeit-Messung des Hausverbrauchs, die den Speicher laufend nachregelt. Fehlt sie, bleibt nur ein starrer Zeitplan.

Warum überhaupt Nulleinspeisung?

Für eingespeisten Balkonkraftwerk-Strom gibt es in aller Regel kein Geld. Jede Kilowattstunde, die ungenutzt ins Netz fließt, ist also verschenkt. Ziel ist deshalb maximaler Eigenverbrauch: Der Speicher puffert den Mittags-Überschuss und gibt ihn abends ab — aber nur so dosiert, dass er genau die aktuelle Grundlast des Haushalts deckt und nichts darüber hinaus exportiert. Das ist die „Nulleinspeisung".

Der entscheidende Baustein: die Verbrauchsmessung

Damit der Speicher „weiß", wie viel das Haus gerade zieht, muss am Hausanschluss in Echtzeit gemessen werden — typischerweise mit einem Smart Meter oder einer Strommess-Klemme (z. B. Shelly Pro 3EM oder Shelly EM) direkt hinter dem Zähler. Dieser Messwert geht an die Steuerung des Speichers, die die Abgabe sekündlich nachregelt. Ohne diese Rückmeldung gibt es keine echte Nulleinspeisung — der Speicher fährt dann blind.

Dynamisch vs. statisch: der Unterschied auf der Rechnung

Dynamisch (mit Messung): Die Abgabe folgt dem realen Verbrauch — kocht jemand, gibt der Speicher mehr ab; läuft nichts, drosselt er. Export geht gegen null. Statisch (ohne Messung): Du stellst einen festen Entlade-Zeitplan oder eine feste Watt-Zahl ein. Liegt der reale Verbrauch darunter, speist der Speicher den Rest doch ins Netz; liegt er darüber, holst du teuren Netzstrom dazu. Statisch ist besser als nichts, aber es ist keine Nulleinspeisung.

Nicht jeder Speicher spricht mit jedem Messgerät

Hier liegt die eigentliche Kompatibilitätsfrage. Manche Systeme akzeptieren nur das herstellereigene Messgerät (etwa bei Anker, Zendure oder Marstek), andere lassen sich an offene Sensoren wie Shelly koppeln. Ein Speicher mit integriertem Wechselrichter steuert die Einspeisung selbst — 17 von 23 der hier geprüften Speicher bringen einen solchen WR mit. Bei einem AC-Speicher hinter deinem vorhandenen Wechselrichter musst du dagegen prüfen, ob seine Steuerung dein Messgerät überhaupt unterstützt. Achte zusätzlich auf die Regelgeschwindigkeit: Je schneller der Regelkreis reagiert, desto sauberer die Nulleinspeisung bei Lastsprüngen.

Erst die Grundkompatibilität klären

Bevor es um die Steuerung geht, muss der Speicher elektrisch zu deinem Wechselrichter passen — Kopplungsart, Spannungsfenster, eigener WR ja/nein. Genau das siehst du im Checker und in der Matrix über alle 598 geprüften Kombinationen. Hintergrund zu den Kopplungsarten im AC/DC/Hybrid-Ratgeber. Stand 2026-06-12.